Die Buchmesse ist für viele Verlage, Autor*innen und Leser*innen die große Zusammenkunft, auf die alle das ganze Jahr vorausblicken. An einem eigenen Stand auf einer Buchmesse das eigene Buch verkaufen, ist ein Traum vieler Autor*innen. Was du an so einem Verkaufsstand nicht tun solltest, will ich dir in diesem Artikel erklären.

Flohmarktattitüde

Dein Verkaufsstand ist ein Verkaufsargument. Halte also Ordnung und sorge für Übersicht. Wenn dein Stand aussieht wie die Wühlkiste von Ramschware im Supermarkt, wird vermutlich niemand dort stehen bleiben, um sich einen Überblick über das Chaos zu verschaffen.

Nicht Buchführen

Jeder Buchverkauf ist eine offizielle Transaktion. Du leitest keinen Waffenshop, der Raketenwerfer unter der Ladentheke verkauft. Halte jeden Verkauf fest, unterschlage nichts und gib es beim Finanzamt an. Verkäufe unter der Hand sind unprofessionell und werfen nicht nur ein schlechtes Licht auf dich, sondern auch die Veranstalter der Buchmesse, die dir ihren Platz zur Verfügung gestellt haben.

Mögliche Kunden abschätzig behandeln

Es gibt auch Besucher, die deine Bücher nicht kaufen oder sich nur umsehen. Trotzdem solltest du diesen Besuchern mit dem gleichen Respekt begegnen, wie allen anderen. Ignoriere sie nicht, indem du deinen Stand aufräumst, während sie neben dir stehen. Das ist respektlos. Und wer weiß: Vielleicht ist es der Inhaber eines Verlags, der sich nur nach möglichen Autor*innen für seinen Verlag umschaut. Den willst du sicher nicht vergraulen.

Dumme Kommentare

In die gleiche Kerbe fallen Besucher, die an deinem Stand vorbeigehen. Nicht jeder bleibt direkt bei dir stehen. Deshalb solltest du ihnen aber nicht aufdringlich hinterherlaufen oder sie mit einem abwertenden Kommentar weiterschicken. Die Buchmesse ist groß und viele gehen erstmal zu ihren Highlights. Die Buchmesser ist aber auch lang. Wer am ersten Tag nicht bei dir stehen bleibt, kommt vielleicht am zweiten Tag nochmal vorbei.

Mit den Standnachbarn in Konkurrenz treten

Du bist nicht alleine mit deinem Stand auf der Buchmesse. Auch andere Autor*innen wollen ihre Bücher verkaufen. Ihr steht aber nicht in Konkurrenz. Die Buchmesse ist eine freundliche und launige Umgebung. Hilf deinen Standnachbarn, wenn sie darum bitten und vertrete sie, wenn sie mal kurz den Stand verlassen müssen. Du wirst auch Momente haben, in denen dir das zurückgegeben werden wird.

Nicht zuhören

Der Drang ist groß, in Begeisterung von deinem Buch zu erzählen. Das kann aber auch aufdringlich wirken und im schlimmsten Fall nerven. Höre deinen Gesprächspartner lieber zu, statt selbst zu viel zu sagen. So findest du heraus, ob Interesse an deinem Buch besteht.

Mit der Tür ins Haus fallen

In dem Zusammenhang solltest du dich auch damit zurückhalten, direkt alles über dein Buch zu erzählen, wenn jemand an deinem Stand stehen bleibt. Stelle stattdessen lieber Fragen und finde so heraus, welche Aspekte deines Buchs für die Person interessant sein könnte. Nicht jeder liest Romance, aber wenn du Aspekte in deiner Geschichte findest, die dem Gegenüber doch gefallen könnten, musst du gar nicht darauf hinweisen, dass es sich um Romance handelt. Verkaufe die Teile deines Buchs gut, die die Kunden interessieren und du schließt vielleicht mehr Verkäufe ab.

Genervt oder unfreundlich wirken

Eine Buchmesse ist mitunter auch mal anstrengend. Du stehst viel. Deine Füße tun weh. Es gibt Strecken, in denen nichts an deinem Stand los ist. Bleibe trotzdem immer freundlich und vergnügt. Für alle anderen ist die Buchmesse genauso anstrengend. Beschwer dich nicht, sondern genieße die Zeit.

Mit leeren Händen dastehen

Auch wenn du nicht an jede*n Besucher*in ein Buch verkaufst, solltest du etwas in der Hand haben, das trotzdem an dich erinnert. Visitenkarten, Lesezeichen, Flyer oder sonstige kostenlose Goodies sind immer beliebt und eignen sich sehr gut, damit die Leute sich auch nach der Buchmesse noch an dich erinnern. Achte aber darauf, dass du dich auf etwas beschränkst, das nicht zu teuer ist. Du solltest mindestens 100 Goodies zur Stelle haben und die können bei hohem Preis für dich sehr kostspielig werden.

Nicht im Vorfeld über Förderungen informieren

Zum Abschluss noch ein kurzer Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben. Es kann durchaus möglich sein, für deinen Verkaufsstand eine Förderung zu kriegen. Die Stadt Sachsen hat mal für die Leipziger Buchmesse mehrere kleine Stände mit 70 % des Mietpreises gefördert. Beim Hannover Literaturstipendium kann man auch Geld für Messestände beantragen. Informiere dich also vor der Messe, ob so etwas für dich ebenfalls möglich ist.

Eine Buchmesse ist ein Erlebnis. Das ist mal anstrengend und vielleicht auch mal ein wenig langweilig. Am Ende ist es aber immer eine tolle Erfahrung, am eigenen Stand deine Bücher zu verkaufen. Hattest du schon mal einen Verkaufsstand auf einer Buchmesse? Berichte mir doch in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

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