Im Lektorat steht vor allem die inhaltliche Optimierung deines Manuskriptes im Fokus. Der Lektor achtet unter anderem auf Konsistenz und Nachvollziehbarkeit des Textes und markiert dabei in der Regel eine Vielzahl von Textstellen.

Damit du in deinem Manuskript schon im Voraus einige Fehler vermeiden kannst, zeige ich dir in diesem Artikel 8 häufige Lektoratsfehler, auf die du in Zukunft garantiert achten wirst.

Lücken in der Handlung

Dir als Verfasser fehlt häufig der Blick auf das große Ganze, weshalb sich schnell Lücken in die Handlung einschleichen können. Du kennst deine Charaktere und Handlungsabschnitte besser, als es deine Leser je tun werden. Diese Allwissenheit kann schließlich zum Verhängnis werden, denn was für dich klar und nicht mehr nennenswert ist, ist es für deine Leser vielleicht nicht.

Das kann sich in vielerlei Hinsicht negativ auf dein Buch auswirken, sei es nun auf die Schlüssigkeit, die Nachvollziehbarkeit, die Spannung oder auf andere Abschnitte, die dann möglicherweise hinlänglich oder zusammenhanglos erscheinen. Kurzum: Der rote Faden ist gefährdet.

Logikfehler

Logikfehler gehören zu den gravierendsten Makeln eines Buches und können die Glaubwürdigkeit deiner Geschichte gefährden.

Spielt dein Roman beispielsweise im 19. Jahrhundert, kann dein Protagonist unmöglich mit einem Smartphone handeln oder als Ermittler im Internet auf Spurensuche gehen.

Beschreibst du das Aussehen deiner Figuren, sollte sich im Laufe deiner Geschichte nicht etwa deren Haarfarbe oder Kleidungsstil verändern – es sei denn, es gibt einen driftigen Grund dafür, der aus dem Kontext hervorgeht. Besonders unglaubwürdig wird es, wenn dein Protagonist zunächst Polizist ist und Szenen später als Künstler arbeitet, ohne dass zwischendurch ein Berufswechsel thematisiert wurde.

Das klingt zum Teil schräg, ist aber durchaus schon vorgekommen!

Vergessene Handlungsstränge

Je komplexer dein Handlungsgeflecht ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass kleinere, weniger bedeutende Handlungsstränge nicht zu Ende erzählt werden. Auch wenn der betroffene Handlungsstrang für den Kontext insgesamt nicht zentral ist, wird sich ein Leser finden, der sich fragt, was aus jener Figur geworden ist oder wie die entsprechende Situation ausgegangen ist.

Jeder Handlungsabschnitt hat seine Berechtigung und trägt zum Fortschreiten der Handlung bei – wenn nicht, ist er überflüssig. Entsprechend sollte er auch abgeschlossen werden.

Fehlende Authentizität der Figuren

Wie wichtig die Planung deines Buches und auch jene deiner Figuren ist, habe ich dir in einem anderen Artikel erklärt. Beherzigst du das, werden Fehler hinsichtlich deiner Figuren eher unwahrscheinlich.

Planst du deine Charaktere nicht, passiert es schnell, dass sie beispielsweise entgegen ihrer bisher bekannt gewordenen Werte handeln, vielleicht, weil es gerade am besten passt, um die Handlung voranzutreiben.

Das Problem: Deine Figuren wirken mit solchen sprunghaften Verhaltensweisen unglaubwürdig. Der Leser könnte das bisherige Handeln der jeweiligen Figur infrage stellen und ein Bild von ihr erhalten, das du als Autor sicher nicht vermitteln wolltest.

Falsche Fakten

Fehler dieser Art kannst du trotz der Blindheit für dein eigenes Werk relativ zuverlässig umgehen, indem du die Fakten, die du für dein Buch verwendest, schon vorab überprüfst.

Schreibst du einen Roman mit Realitätsbezug, achte auf die richtige Verwendung von Eigennamen, Datumsangaben u. Ä. Bei Sachbüchern solltest du zusätzlich darauf achten, dass du deine Informationen ausschließlich seriösen Quellen entnimmst. Beiträge in frei zugänglichen Internetforen sind beispielsweise eine unzuverlässige Option.

Perspektivfehler

Erzählst du deine Geschichte aus der Perspektive deines Protagonisten, kannst du nicht wissen, was in einer deiner anderen Figuren vorgeht. Du kannst lediglich beschreiben, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhält, auf die Gefühlswelt hast du keinen Zugriff.

Das bedeutet nicht, dass Perspektivwechsel innerhalb deiner Geschichte ausgeschlossen sind, sie müssen jedoch logisch durchdacht und dem Leser glaubwürdig vermittelt werden, beispielsweise im Rahmen eines Szenenwechsels.

Stockende Handlung

Insbesondere belletristische Werke leben vom Fortschritt. Verlierst du dich mit deinen Beschreibungen in zu vielen Einzelheiten, die für das Vorankommen der Handlung und die Entwicklung des Protagonisten nicht von Relevanz sind, werden sich deine Leser schnell langweilen.

Behalte deshalb stets den Spannungsbogen und das Ziel deiner Geschichte im Blick und konzentriere dich nur auf die Dinge, die beiden Aspekten dienlich sind.

Bei Sachbüchern gilt Ähnliches: Hangle dich am roten Faden entlang und schweife nicht zu sehr vom eigentlichen Thema ab. Ein Praxisbuch zum Ausbau mentaler Fähigkeiten benötigt kein Kapitel, in dem ausführlich der Aufbau des menschlichen Gehirns beschrieben wird.

Zufall – zu viel des Guten

Was würdest du von einer Geschichte halten, in der ein Mord aufzuklären ist, der Tatort glücklicherweise videoüberwacht wird, der Täter auf dem Band auch noch eindeutig erkennbar ist und der Ermittler diesen ganz zufällig kennt?

Eine solche Handlung ist viel zu „glatt“ und berechenbar und es gibt kaum einen Spannungsbogen. Einmal abgesehen davon, dass sich damit wohl kaum ein ganzes Buch füllen lässt, ohne es öde auszuschmücken.

Treten zu viele offensichtliche Zufälle ein, ist die Geschichte schlichtweg nicht authentisch, der Leser wird sich langweilen und sich vielleicht sogar „auf den Arm genommen“ fühlen.

Zufälle gibt es, aber bitte dosiert und komplexer gestrickt!

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