Nachdem du dein Buch fertiggestellt hast, ist es meines Erachtens unverzichtbar, ein Korrektorat durchzuführen. Idealerweise überlässt du das einem Korrektor mit geschultem Blick, du kannst aber auch selbst dafür sorgen, die Fehlerquote in deinem Manuskript zu minimieren.

Heute zeige ich dir, wie du dich effektiv auf Fehlersuche begibst und was du beim Korrekturlesen beachten solltest.

Schaffe Distanz

Du solltest dein Manuskript nicht unmittelbar nach dem Schreibprozess Korrektur lesen. Lasse dein Buch ruhig einige Tage ruhen, bevor du dich wieder mit ihm beschäftigst. So kannst du der Betriebsblindheit zumindest ein stückweit entgegenwirken und dein Manuskript dann wieder mit gesteigerter Aufmerksamkeit lesen.

Rechtschreibprogramme mit Vorsicht genießen

Für die erste Grobkorrektur kannst du durchaus auf ein Korrekturprogramm zurückgreifen, du solltest dich aber nicht darauf verlassen. Einige Fehler hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik wird ein solches Programm finden, aber insbesondere Fehler, die kontextabhängig sind, werden unentdeckt bleiben.

Hast du beispielsweise in einem Satz das Wort „beschrieben“ genutzt, meintest aber eigentlich „beschreiben“, wird ein Rechtschreibprogramm dies mit großer Wahrscheinlichkeit nicht als Fehler anmarkern.

Führe mehrere Korrekturrunden durch und setze unterschiedliche Schwerpunkte

Bestenfalls kennst du die Fehler in Rechtschreibung und Grammatik, die dir im Eifer des Schreibens häufig unterlaufen. Buchstabendreher wie bei „beschreiben“ vs. „beschrieben“ kommen beispielsweise oft vor, du könntest also, um solche Fehler aufzuspüren, deinen Fokus bei einem der Korrekturdurchläufe gezielt darauf legen.

Bei einem weiteren Korrekturdurchlauf könntest du dich gezielt der Kommasetzung widmen und die nächste Lektüre könnte im Zeichen der einheitlichen Schreibweise bestimmter Begriffe stehen.

Wirke der Betriebsblindheit entgegen

Da du dich lange mit deinem Buch beschäftigt hast, schwindet bei der Lektüre automatisch die Aufmerksamkeit, da du den Text mehr oder weniger auswendig kennst und daher zum Überfliegen und damit zum Übersehen von Fehlern neigst.

Dem kannst du entgegenwirken, indem du die äußere Erscheinung deines Manuskriptes veränderst. Eine Maßnahme kann das Ausdrucken deines Manuskriptes sein, denn auf Papier hast du einen anderen Blick auf dein Manuskript als am Bildschirm.

Bist du eher der Bildschirm-Leser, kannst du beispielsweise die Schriftgröße und/oder die Schriftart ändern, um deiner Wahrnehmung etwas Neues zu präsentieren.

Du kannst aber auch einen völlig anderen Sinn ansprechen, indem du dir deinen Text, beispielsweise durch die entsprechende Funktion deines Textverarbeitungsprogramms, vorlesen lässt. So kannst du vor allem Wortwiederholungen, Buchstabendreher und ähnliche offensichtliche Fehler finden.

Arbeite an dir

Um bereits im Voraus Fehler vermeiden zu können, bietet es sich an, an Kursen, Lehrgängen o. Ä. teilzunehmen, in denen du deine Schreibkompetenz verbessern kannst. Du beschäftigst dich auf diese Weise intensiv mit deinem Stil und kannst deine Schwächen aufspüren.

Erstelle dir am besten eine Liste mit Fehlern, die du häufig machst. So kannst du bei deinen Korrekturen gezielt auf diese achten und vermeidest sie beim Schreiben irgendwann automatisch.

Eine Liste mit typischen Fehlern, die ich beim Korrektorat häufig entdecke, findest du hier.

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